VOM BODENSEE NACH WIEN UND ROM – UND ZURÜCK NACH OBERSCHWABEN ANDREAS BRUGGER

Der künstlerisch begabte Andreas Brugger (1737–1812) aus Kressbronn konnte sich glücklich schätzen: Der Graf von Montfort finanzierte seine Ausbildung in Wien und Rom. Als Maler von Fresken und Ölbildern erhielt Brugger viele kirchliche und weltliche Aufträge, unter anderem in Tettnang.

Fresko mit Gott Bacchus von Andreas Brugger im Treppenhaus des Neuen Schlosses Tettnang

Fresko Bruggers im Treppenhaus.

WER ERMÖGLICHTE BRUGGERS AUSBILDUNG?

Graf Ernst von Montfort unterstützte künstlerisch begabte Landeskinder großzügig. Er schickte Brugger 1755 zur Ausbildung nach Wien, um ihn „in seiner Kunst Beszer Practiciert zu machen“. Hier lernte Brugger in der Werkstatt des Malers Franz Anton Maulbertsch aus Langenargen, der früher ebenfalls von Graf Ernst gefördert worden war. Ab 1768 folgte ein Akademieaufenthalt in Rom. Nach seiner Rückkehr an den Bodensee stellte Brugger sein Können in Schloss Tettnang unter Beweis.

Detail aus dem Deckenfresko im Bacchussaal im Neuen Schloss Tettnang

Das Fresko im Bacchussaal zeigt seine Virtuosität.

Wie zeigte Brugger sein Können?

Bei dem Deckenfresko, das den Tettnanger Bacchussaal überspannt, demonstrierte Andreas Brugger seine Virtuosität in mehrfacher Hinsicht: Durch die gekonnte perspektivische Verkürzung der Szenen am unteren Rand wölbt sich scheinbar die flache Decke; dazu öffnet sie sich durch die Farbgebung von blau nach gelb optisch nach oben. Ebenfalls meisterhaft war seine Beherrschung der Anatomie. Nicht umsonst hatte Brugger in Rom den ersten Preis in der „Accademia del Nudo“, der Schule des Aktzeichnens, erhalten.

Detail der Chinoserie am Lambris von Brugger

Mit flottem Pinselstrich bemalte er Lambrien.

WELCHE ARBEITEN LIEFERTE BRUGGER IN TETTNANG AB?

Zusätzlich zum Bacchussaal schuf er die Deckenfresken in zwei Treppenhäusern. Seine Porträts verschiedener Grafen von Montfort hängen im Bacchussaal, die Porträts einfacher Leute im Vagantenkabinett. Außerdem malte Brugger die hölzernen Flächen der Türen und der Wandverkleidungen des Schlosses aus. Die vielen chinesischen Motive, die Chinoiserien, dokumentieren den flotten Pinselstrich, der den Maler auszeichnete. Die Motive bezog Brugger aus gedruckten Vorlagen nach Wunsch seines Auftraggebers.

Einmalig sind die neun lebendigen Porträts, die Brugger für das Vagantenkabinett schuf: Erleben Sie die Spielleute, Schausteller, Händler, Handwerker aus dem 18. Jahrhundert!

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