Haut lieu du baroque en Haute-Souabe

Nouveau Château de Tettnang

Erstes Rotes Zimmer oder auch Audienzzimmer des Neuen Schlosses Tettnang; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Der Graf empfängt

Das Audienzzimmer

Das prächtige Audienzzimmer bot den Rahmen für die offiziellen Besuche – der Graf im Range eines Reichsgrafen verkörperte absolute Herrschschaft. Im anschließenden intimeren Bilderkabinett, einem Meisterwerk des Stuckateurs Feuchtmayer, fanden vor allem vertrauliche Gespräche statt.

Detail der roten Lambris im Audienzzimmer im Neuen Schloss Tettnang, Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Katharina Dietz

In fürstlicher Farbe – Rot – bemalte Lambris.

Rot für den höchsten Rang

Das Audienzzimmer wird auch Erstes Rotes Zimmer genannt. Die Farbe Rot bzw. Purpur war nicht etwa Geschmackssache des Grafen, sondern eine fürstliche Farbe, die seine Macht ausdrücken sollte. Der aufwendige Stuck dieses Raumes stammt von dem berühmten Stuckateur Joseph Anton Feuchtmayer (1696–1770). Mit den Motiven – Putten, die mit verschiedenen Instrumenten herumtollen – verwies er auf seinen Auftraggeber, Graf Franz Xaver, als Musikliebhaber.

Erstes Rotes Zimmer oder Audienzzimmer im Neuen Schloss Tettnang mit Kaiserbildnissen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Kaiserbilder von Maria Theresia und Franz I.

Huldigung an das Haus Habsburg

1779 musste Graf Franz Xaver von Montfort wegen der großen Schulden seine Grafschaft abtreten, die er an Österreich verpfändet hatte. Beim anschließenden Konkursverfahren wurde die ganze Einrichtung des Schlosses versteigert. Ausgenommen waren die Porträts von Kaiserin Maria Theresia und ihrem Mann Kaiser Franz I. von Österreich aus der Werkstatt des Wiener Hofmalers Martin van Meytens: Sie hängen seit 250 Jahren am gleichen Platz.

Glanzstück im Raum

Im Audienzzimmer fällt ein Möbelstück sofort ins Auge: der Schreibschrank. Sein Unterbau mit den zwei Schubladenteilen verweist auf eine Entstehung in Frankreich und die reichen Einlagen speziell auf den Kunstschreiner Abraham-Nicolas Couleru (1717–1812) aus Montbéliard. Der Schrank stammt aus der Zeit um 1740. Das Besondere: Er besitzt keine Schreibklappe, aber einen Aufsatz mit kleinen Stufen. Diese „Tresuren“ dienten in fürstlichen Räumen der Präsentation von Kostbarkeiten.

Ofen im Audienzzimer im Neuen Schloss Tettnang; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Katharina Dietz
Schreibschrank im Audienzzimer im Neuen Schloss Tettnang; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Katharina Dietz

Prächtiges Mobiliar schmückt das Audienzzimmer.

Detail eines Stuckreliefs im Bilderkabinett des Schlosses; Foto: Landesmedienzentrum: Arnim Weischer

Feine Stuckdekoration mit winzigen Spiegeln.

Das Bilderkabinett – Raumkunst vom Feinsten

Direkt an das Audienzzimmer anschließend – im Eckturm – befindet sich das Bilderkabinett, dessen Raumgestaltung von Joseph Anton Feuchtmayer stammt. Er schuf hier 1758 ein Kunstwerk allerersten Ranges. Ursprünglich schmückten 64 Gemälde diesen kleinen Raum. Geblieben sind die fest mit der Wand verbundenen Stuckrahmen und die Stuckdekoration, in die winzige Spiegelscherben eingelassen sind. Durch eine kleine Wendeltreppe im Eckturm war ein eigener Ein- und Ausgang zu diesem Kabinett vorhanden.

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