Höhepunkte des Oberschwäbischen Barocks

Neues Schloss Tettnang

DAS VERMÄCHTNIS DES LETZTEN GRAFEN

DIE ARMENSTIFTUNG

Graf Anton IV., der Letzte aus dem Hause Montfort, starb ohne Nachkommen und vermachte sein Vermögen den Armen von Tettnang, Schomburg und Langenargen. Diese Stiftung besteht heute noch.

Er musste sich aus allem heraushalten.

DER GRAF BLEIBT IN TETTNANG

Nachdem die Grafschaft 1779 an Österreich gefallen war, musste Graf Anton IV. das Schloss räumen. Eigentlich hätte er auch die Grafschaft verlassen müssen, dennoch durfte er in Tettnang bleiben, unter der Bedingung, dass er „sich weder directe noch indirecte so wohl in die herrschaftlichen Geschäfte, als angelegenheiten der unterthanen einmischen werde“. Graf Anton IV. ließ sich ein Haus bauen, den heutigen Gasthof „Krone“, wo er bis zu seinem Tod 1787 lebte.

Der Graf vermachte sein Erbe den Armen.

NOBLE GESTE

Graf Anton IV. hatte keine Nachkommen und vermachte sein Erbe den Armen von Tettnang, Schomburg und Langenargen. Bei der Testamentseröffnung schien es zunächst so, als wären die Schulden Graf Antons größer als sein Vermögen. Nachforschungen ergaben jedoch, dass er einen Erbanspruch auf einen Besitz in Kißlegg hatte, der 1794 vor Gericht tatsächlich geltend gemacht werden konnte. Nach Abzug der Schulden konnte die „Montfortische Stiftung“ mit 14.000 Gulden gegründet werden.

UND HEUTE?

Das Vermögen der Stiftung ist zwar im Lauf der Jahrhunderte geschrumpft, aber sie wird in den Büchern der Stadt Tettnang immer noch geführt. An Graf Anton IV. von Montfort erinnert das Marmorepitaph in der Stadtpfarrkirche St. Gallus, 1795 gefertigt von Johann Georg Wieland. Es zeigt einen Pyramidenstumpf mit Trauerfigur und dem gestürzten Familienwappen der Montforts – symbolisch für das erloschene Haus Montfort.

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