Die gräflichen Herrschaften und ihre Gäste speisten für gewöhnlich im Tafelzimmer in der Belétage des Neuen Schlosses Tettnang. Über das dort aufbewahrte Geschirr informiert das anläßlich der Versteigerung von 1780 angelegte Inventar des beweglichen Vermögens: 109 Gläser, größtenteils mit vergoldeten Reifen, zwei Kästen mit 321 Mund- und Kelchgläsern, im hölzernen "Ofen" 26 Kelchgläslein. Außerdem sind noch ein gemeines Gesundheitsglas mit Deckel sowie zwei Zucker- und zwei Salzbüchsen "von Fayence" verzeichnet.
Eine anonyme Montforter Handschrift aus dem späten 18., frühen 19. Jahrhundert läßt auch heutigen Feinschmeckern das Wasser im Mund zusammenlaufen: Auf rund 525 Seiten ist ein Kochbuch zusammengetragen, das keine Wünsche offenläßt und einen Eindruck von den Tafeleien reicher Herrschaften gibt:
"Drey Hände voll Semmelmehl werden mit einem halben Schoppen siedender Milch abgebrüht. Sollte das Mehl nicht durchaus feucht werden, so wird noch ein wenig Milch darangestoßen. Wenn es abgekühlt ist, rührt man es mit 3 bis 4 Eyern an, thut ein wenig Zucker, Zitronenschalen und Zimmet nebst 4 loth gewaschenen und kleinen Rosinen dazu, nimmt die Maße auf ein Brett, legt mit einem Meßer lange Würstlein ins heiße Schmalz und macht eine beliebige süße Sauce darüber."
Am 11. November 1753 brannte das fast fertiggestellte Neue Schloss vollständig aus. Graf Ernst von Montfort schreibt hierüber an den Grafen von Waldburg-Wolfegg: "Bey dieser höchst betrübter Verhängnuß seynd alleinig das Archiv und die Acta nebst Kellerey, wegen der, bey fehlgeschlagener anderwärtigen Rettung, hierauf getragener besonderer sonderbarer Obsorge ohnverletzt geblieben." Der Schaden allein an Kleidern und Inventar soll sich auf 100 000 Gulden belaufen haben.
"Wir wechselten die Pferde in Tettnang , einer österreichischen Herrschaft, deren Gegend es verdiente, einige Zeit Angelica Kaufmann zu beherbergen. (...)Von Tettnang fuhren wir durch Waldungen und Wiesen. Plötzlich öffnete sich die Aussicht. (...) Dieser Anblick war noch erhöht durch jenen Strahlenschleier, mit welchem die Vormittagssonne die Gegenden umzog, einem lichten Schleier, von welchem sich Niemand einen Begriff machen kann, der nicht große Landseen, von Bergen umgeben, der die Schweiz noch nicht gesehen hat." Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, 1791
"Von Tettnang, welches eine angenehme Lage hat, breitet sich das Land immer weiter aus und senkt sich allmählich gegen den Bodensee hinab, mit Gärten, Feldern, Weinreben bepflanzt. Bald glänzt die glatte Spiegelfläche, dieses Schwäbischen Meeres hervor mit den lieblichen Ufern der Hügel von Rheineck und Rorschach umbordet, hinter welchen das unermeßliche Amphitheater von schweizerischen, bündnischen und Tyroler Gebirgen zum Himmel emporsteigt." Karl Urban Keller, 1807
und bedecke damit die Stelle, die du bemalen willst. reibe sodann die aufzusetzenden Farben mit Leinöl aufs fleißigste und streiche sie sehr dünn mit dem Pinsel und lasse es so trocknen", empfiehlt Theophilus Presbyter um 1200 in seinem kunsttechnischen Lehrbuch. Im Fürstenzimmer im Neuen Schloß Tettnang fanden die Restauratoren Reste einer solchermaßen hergestellte, originale Lüsterung (Auftrag einer transparenten Farblage auf Zinn, Silber oder Gold). Sie rekonstruierten die ursprünglichen Fassungen (Bemalungen), die das ehemalige Gästezimmer der Grafen von Montfort nun in "fürstlichem Glanz" erstrahlen läßt.
Graf Hugo von Montfort-Bregenz (1357-1423) entstammt einer andern Linie des Montfort-Geschlechts als die späteren Grafen, die das Neue Schloss in Tettnang erbauten, ist aber wohl die berühmteste Persönlichkeit seines Geschlechts. Der Dichter beschreibt, wie er als Vierzehnjähriger in die Welt aufgebrochen ist:
"ich sprach. 'ja herr, ich sag ü für war ich hatt der tag mint viertzehn jar sid hân ich wunders vil gesehen. was plâgen der welt ist beschehen, (Lied 5, 135-138)